Die Koffer im Keller

Die Koffer im Keller

Solange ich mich nicht mit meinem Inneren auseinander setze, wird sich mein äußeres Leben kaum verändern (frei aus dem Buch “Hüter meiner Seele” von John Ortberg)

Dieses Buch war eines der Bücher, die mich im letzten Jahr maßgeblich angesprochen und begleitet haben. Ich wäre nicht Ich, wenn ich mir nicht bei jedem Buch schon zu Anfang Stift und Block zurecht legte. Ohne dem Equipment ist das Lesen von Sachliteratur kaum möglich bei mir. Und ja…. ich gebe es zu, der Cappuccino stand auch in griffbereiter Nähe.

Cappuccino für die Seele
Cappuccino für die Seele

Bei den vielen guten Büchern, die ich letztes Jahr las, kann ich mir unmöglich alles merken. Und gleichzeitig doch, denn das Schöne an der ausgewählten Literatur war und ist, das sie sich auf wunderbare Weise ergänzten und schlussendlich immer die gleiche wichtige Botschaft unterstrichen.

Es geht um die emotionale Reife eines Menschen, um ein stabiles Seelenleben!

Wozu ist das nötig? Nun, die Antwort finden wir, wen wundert es, in der Bibel.

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand und deinen Nächsten wie dich selbst…. ;tu dies, und du wirst leben. (Lukas 10, 27-28)
Natürlich, du kannst dich als emotional tief verletzter Mensch mit einer zerrütteten Seele BEMÜHEN Gott zu lieben, BEMÜHEN nett und freundlich zu deinem Nachbarn zu sein und dich BEMÜHEN deinen eigenen Wert zu erkennen. Aber sind wir doch mal ehrlich: Diese Bemühungen verlaufen unter diesen Voraussetzungen immer und immer wieder im Sand.
Wir strengen uns an und stehen doch wieder ganz schnell an dem Punkt, wo Gott dann doch wieder Schuld ist an allem, der Nachbar es nicht anders verdient hat , wenn der sein Auto immer so komisch parkt und ich, tja ich nunmal einfach so bin.

Mit “du wirst leben” wie Jesus es sagt hat das meines Erachtens herzlich wenig zu tun.

Will ich dieses Muster durchbrechen, dann muss ich den Mut aufbringen mich mit mir selbst auseinander zu setzen. Vom Verstand her weiß doch fast jeder, das ich nur mich selbst verändern kann und nie die anderen. Und ehrlich gesagt, das Meiste was bei mir schräg läuft hat auch nur mit mir zu tun.
Es ist also unumgänglich sich mit dem eigenen Seelenleben auseinander zu setzen und unter die Oberfläche zu schauen. Die meisten Menschen tun dies, wenn der Leidensdruck des bestehenden Zustands größer ist, als der Druck, den sie empfinden wenn sie etwas ändern müssten. Vorher plätschert unser Leben oftmals so dahin, wir arrangieren uns mit unseren (Gefühls)zuständen und den daraus resultierenden Konsequenzen im Hier und Jetzt.
Die verborgenen Koffer des Lebens
Die Koffer im Keller
Also steige ich mal in den Keller und öffnen die alten Koffer meine Seele.

Ups, die vielen hässlichen Wurzeln der Bitterkeit erschlagen mich ja fast.

Oh man, so oft habe ich verletzendes oder als verletzend wahrgenommenes Verhalten anderer zu mir in meinem Herzen bewahrt statt zu vergeben?
Da in der Ecke liegt ein fetter Ordner: “Familienmuster” lese ich. Oh ja die Vergangenheit mit ihren Prägungen die mich so manches Mal im Leben bremsen.
“Aua!”, was ist das denn? Alles Wunden!!!!  Wo kommen die denn her? Ach ja…. mir ist ja wirklich schon so viel Schlimmes passiert im Leben. Mensch was hatte ich es schon schwer im Leben gehabt. Kein Wunder das ich so unvollkommen bin, das ich nie was schaffe. Mit diesen Wunden, mit diesen Grenzen die mir mein Körper oft setzt, da bin ich garantiert zu nix zu gebrauchen. Was ist das da in der Ecke für ein Block? Ja genau…da steht es ja auch schon: “Ich bin wertlos!”

“Ich muss immer lieb und nett sein, damit ich überhaupt liebenswert bin!”

Aiaiaiai…. Was steht vorne auf dem Block: Innere Schwüre/Glaubenssätze. Hhmmmm. Ok. Scheint auch eine Baustelle zu sein.

 ♥

Ich bin Gott so dankbar das wir diese Koffer gemeinsam öffneten. Dass er mir Begegnungen mit Menschen, Büchern und nicht zuletzt mit sich selbst schenkt(e) – Wegbegleiter! Viele diese Dinge hielt ich in meinen Händen und betrachtete sie. Ich trauerte um vieles, war zornig, verunsichert, ängstlich…..

Betrauern, besehen und verstehen lernen als eine erste Station auf dem Weg der Heilung.

Die Koffer im Keller
Die Koffer im Keller

All das brachte ich im Gebet vor Gott.  Dies war gleichzeitig der Wendepunkt für einen ganz neuen Glauben mit Tiefgang. Beten bedeutet nicht einfach seine Liste gebetsmühlenartig runterzuleiern. Beten bedeutet auch Hinhören, fragen was Gott sich denkt. Eine große Plattform für das Wirken Gottes tat sich auf.

Ich durfte viel lernen.
Bittere Wurzeln, prägende Familienmuster wurden/werden bei mir besonders durch Vergebung geheilt.
Hässliche Glaubenssätze verschwinden nach und nach, weil ich jetzt weiß das Gott mich bedingungslos liebt und wertschätzt.
Wunden heil(t)en durch einen neuen Glauben mit mehr Tiefgang und dem Wissen gerade deswegen von Gott zum Segen für andere gebraucht zu werden.
Es ist ein Weg, es ist die Reise des Lebens! Wie schreibe und sage ich so oft: Es ist mein roter Faden mit Jesus!
♥-lichst Sandra

7 Gedanken zu „Die Koffer im Keller

  1. Liebe Sandra, wow, das ist so ein bewegender Beitrag, wunderschön!
    Das zu lesen löst Dankbarkeit in mir aus, auch das ich dir dieses Buch von John Ortberg schenken durfte, das Gott es genutzt hat um dich tief zu berühren, ist doch immer wieder klasse zu sehen, wie Gott arbeitet und leben mit einander verwebt!
    Schön das es dich gibt und du meine Treue Freundin bist!
    Deine Naemi

  2. “Es ist also unumgänglich sich mit dem eigenen Seelenleben auseinander zu setzen und unter die Oberfläche zu schauen” hier gebe ich dir recht, liebe Sandra.
    Als nicht-religiöser Mensch bin ich zwar der Meinung dass das auch ohne Gott, Jesus oder meinetwegen Buddha, wen auch immer, geht, aber das muss/darf/kann/soll ja auch jeder für sich selbst entscheiden. Schließlich sind wir alle unterschiedlich. 🙂
    Schön, dass du einen Weg gefunden hast, der für dich funktioniert!
    Liebe Grüße in dein Sommerzimmer!
    Marie

    PS: Danke für deinen lieben Kommentar bei mir! :))

  3. Wunderschöne Worte, die wirklich dir aus der Seele spricht.
    Du hast einen tollen Text geschrieben und ich wünsche dir auch in diesem Jahr, viel Freude am schreiben 😉

    Alles liebe

  4. Das ist ein wirklich schöner Beitrag. Ich durchlebe ähnliches wie du, und räume auch meine Seele auf. Es gibt soviele Muster und Verletzungen, die mich beeinträchtigen. Einiges konnte ich schon aufräumen, aber einiges liegt auch noch vor mir. Ich lese sehr gerne bei dir. Liebe Grüße Claudia

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