„Ich bin wieder daaaaaa!“

„Ich bin wieder daaaaaa!“

,rief er freudig und stieß dabei die Schlafzimmertüre so stürmisch auf, das sie an die Wand schlug. Fast zeitgleich drückte er auf den Lichtschalter und knipste dabei die große Lampe an der Decke an.

Okay, ganz so temperamentvoll, wie mein Jüngster damals mit seinen zarten zwei Jahren in unser Schlafzimmer stürmte, stolpere ich nicht zurück in euer Leben.

Still und heimlich, vielleicht mit einem kleinen „Pling“, rutsche ich in das E-Mail Fach meiner treuen und neuen Abonnenten. Ohne Fanfare taucht ein entsprechender Feed oder/und ein Hinweis in meiner Story in “Instahausen” auf.

Jedenfalls: „Ich bin wieder da!“

Ich weiß noch nicht, ob mit so viel Tatendrang wie mein Jüngster damals – schließlich bin ich ja keine zwei Jahre mehr ;-).

Dennoch bin ich sehr zufrieden, da ich große Teile des Tohuwabohus meines Lebens und meiner Seele sortiert bekam.

Das erste Halbjahr war ein riesiger Gefühlssturm gewesen. Es ist so so viel passiert, das weder Körper noch Seele hinterher kamen.

An dieser Stelle sei gesagt, das Gefühlsstürme nicht zwingend schlecht oder negativ sein müssen.

Sie zeigen nur, das das Leben und das Herz manchmal sehr voll werden kann. Voll von Ereignissen, Ideen, Visionen und ja auch Beschwerlichem, was dann alles erstmal durch ein „Sortiersystem“ muss.

In meinem Fall, bildlich gesprochen, durch zwei Sortiersysteme. Eins, um erstmal die vielen Ereignisse der letzten Monate zu verarbeiten und eins für meine zukünftigen Ideen und Visionen.

Was war geschehen?

Uns trafen etliche gesundheitliche Herausforderungen in der Familie, die in einer heftigen Corona Infektion im Juni mündeten. Gerade mich hat es da schwerer getroffen und ich hatte (habe) noch monatelang mit den Folgen der Infektion zu kämpfen. Eingebettet in den familiären Krankengeschichten fanden drei familiäre Hochzeitsfeiern statt. So angeschlagen wie ich gesundheitlich war, war ich froh wenigstens Gast auf diesen Feiern sein zu können, statt das Bett und das Haus quarantänemäßig zu hüten.

Versorgungspaket vom ältesten Sohn & Schwiegertochter

Gleichzeitig macht es mich bis heute traurig, das ich nicht mehr tun konnte. Immerhin habe ich das Hochzeitskleid meiner Tochter noch mit aussuchen können, was mir unendlich viel bedeutet.

Und so feierten wir im März die standesamtliche Hochzeit meiner Tochter,

Foto von Elisabeth Strack

im April die standesamtliche Hochzeit meines ältesten Sohnes

Foto von Julia Eden Lill

und im Juli bekräftigten unsere Tochter und unser Schwiegersohn ihren Ehebund noch vor Gott.

Bild von Elisabeth Strack

Es waren allesamt wunderschöne feiern, wo ich etliche Taschentücher verbrauchte.

Davon brauchte ich mehr als eins 😉

Gleichzeitig waren damit auch Abschiede verbunden, denn mein ältester Sohn wohnt nun ein Stückchen weiter weg. Wer meinen Blog aufmerksam verfolgt, der „kennt“ mich ein bisschen und weiß das ich für bestimmte Dinge etwas länger brauche, um sie zu verarbeiten. Ich habe in meinem Leben zu viele Menschen zu früh verloren, teilweise nicht einmal wissend ob sie eine Beziehung zu Jesus haben. Das hat mich so tief geprägt, das sich der Umzug meines ältesten Sohnes in eine Stadt, die mit dem Auto circa 3 Stunden entfernt liegt, herausfordert(e). Ja ich gebe das freimütig zu. Meine Tochter wohnt nun dank der maroden Lüdenscheider Brücke auch ca. 90 Autominuten entfernt.

Nun haben wir September.

Und obwohl meine Blog „mein Sommerzimmer“ heißt bin ich doch eher der Herbst-und Wintertyp. Gerade die Zeit von September bis einschließlich Dezember lieeeeebe ich.

Wie der Prediger in der Bibel einst sagte:

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.

Prediger 3, 1 (Lutherbibel 2017)

Und wenn alles unter dem Himmel “seine Stunde” hat, dann hat das Ganze auch immer wieder mit “Loslassen” und “Neuanfängen” zu tun.

Habe ich das nicht sogar selbst einmal gesagt? Es wurde sogar mal in einer Zeitschrift veröffentlicht:

Abschied & Neuanfang – immer wieder!

Es ist eine neue Zeit gekommen – meine neue Zeit!

Ein neuer Rhythmus beginnt.

Zaghaft schmiss ich im Laufe des Sommers die andere Sortiermaschine an. Und was diese Maschine angeht, so lief und läuft sie immer noch auf Hochtouren. Wie der Schauspieler Dick von Dyke einmal sagte, brauchen wir alle

etwas zu tun, jemanden zum Lieben und etwas, auf das wir hoffen“

aus dem Buch: Das Alter bewusst genießen, von Joyce Meyer

Jemanden zu lieben!

In meinem konkreten Fall – und dem was ich einst schrieb – bedeutet es, die Chance zu haben die Menschen, die wir loslassen “müssen”, immer wieder neu die Hand zu reichen. Und so sehen wir uns in der Familie alle paar Wochen, halten uns fest und feiern das Leben.

Jemanden zu lieben!

Meinen Mann, der jüngste Sohn, der morgens mehr oder weniger ausgeschlafen unsere Küche betritt, mein Seelenhund, Familie, Freunde und Bekannte….

Und die vielen Dinge auf die wir hoffen, für die wir jeden Tag beten und die sich ebenso in Visionen und neuen Zielen äußern.

Joyce führt die Worte „etwas zu tun“ so in ihrem Buch aus:

…etwas zu tun zu haben, was ich als Lebensinn interpretiere – etwas, das wir bewusst, mit Absicht tun.

aus dem Buch: Das Alter bewusst genießen, von Joyce Meyer

Und da fängt eine andere meiner Herausforderungen an. Ich bin der sogenannte Scanner-Typ. Scanner haben viele Interessen – zu viele und so liegen bei mir oft viel zu viele angefangene Projekte auf meinem Computer und auch im Haus herum. Allesamt gute Projekte, Möglichkeiten, die durchaus mit Gottes Willen im Einklang stehen. Und genau das macht es mir so schwer. Was von dem „Guten“ soll ich machen und was soll ich lassen?

Joyce, die sich rückwirkend als oft zu vielbeschäftigt empfand, schreibt da in ihrem Buch:

Natürlich stimmt es, dass Gott uns Gelegenheiten schenkt, doch es ist genauso wahr, dass nicht jede Tür, die sich öffnet, notwendigerweise eine ist, durch die wir gehen sollen. Wir müssen weise Entscheidungen treffen, wenn es um das geht, was wir tun und was wir lassen wollen.“

aus dem Buch: Das Alter bewusst genießen, von Joyce Meyer

Da galt es dringend Übersicht zu gewinnen und Prioritäten zu benennen. Und das habe ich über dem Sommer getan.

„Löst du einen Kriminalfall?“, fragte mich mein Sohn, als er versuchte sein Frühstück zwischen meiner Blätterwirtschaft auf dem Esstisch zu platzieren.

Scannermäßig das Leben sortieren!

„Ja, irgendwie schon,“ konterte ich,

„ich löse mein Leben!“

In dem Bereich „Projekte“ habe ich nun Prioritäten gesetzt und quasi eine Reihenfolge der Interessen benannt. Die favorisierten Ideen und Projekte werde ich nun nach und nach prüfen und schauen in wie weit sie umzusetzen sind. Manches hängt nämlich nicht nur von mir ab, da gilt es noch andere Hürden zu überwinden. (Dazu zu gegebener Zeit hoffentlich mehr.)

Ein Wunsch habe ich genau jetzt umgesetzt. Ich schreibe wieder. Nach sieben Monaten frische meinen Blog wieder mit ein paar aktuellen Worten auf.

Wie es weiter geht? Ich weiß es noch nicht….

Jetzt mache ich mir erstmal einen Cappuccino, raffe die Zettelwirtschaft auf dem Esstisch zusammen und erfreue mich daran das mein „Kriminalfall Leben“ fürs erste erfolgreich durch die Sortiermaschinen lief !

In diesem Sinne, habt es fein,

eure Sandra

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