Was ist los mit mir?

Was ist los mit mir?

Wir wissen nicht

wie Gottes Weg ist, welchen Weg er für uns vorsieht, um uns seinem Sohn ähnlicher zu machen.

Wir wissen nicht

wann er uns mit welchen Auftrag auf den Weg schickt.

Wir wissen nicht

wieviel er uns wohl abverlangt, wenn wir “ja” sagen. Und auch ich weiß nicht, was noch alles auf meinen Weg geschehen wird, wie viele und welche Prüfungen noch auf mich warten.

Einem Glauben, der nicht geprüft wurde, kann man auch nicht vertrauen.“ (Adriane Rogers)

Dem kann ich nur beipflichten. Geprüft wurden wir, wieder einmal alle persönlich und als Familie. 

Weihnachten 2015 fühlte sich seit langen nicht wie Weihnachten an. Wie muss sich eigentlich Weihnachten anfühlen? Ja ich weiß, Maria und Josef saßen alles andere als gemütlich in einem behaglichen Zimmer und erwarteten stressfrei die Geburt unseres Retters. Für mich, der ich 29 Jahre lang Weihnachten feierte ohne zu wissen was Weihnachten eigentlich gefeiert wird, war es immer sehr wichtig diesen „weihnachtlichen“ Rahmen zu haben und zu spüren. 

Was ist los mit mir?
Was ist los mit mir?

Auch Sylvester 2015 saß ich wieder an meinem Schreibtisch und ließ das vergangene Jahr Revue passieren. Ich blättere durch meine Tagebuch und lese:

Mittlerweile ist das Jahr 2015 ein paar Wochen alt. Mein letzter Zusammenbruch mit anschließender radikalen „Entmüllungsaktion“ liegt viele Monate zurück. Täglich treffe ich Jesus im Wald, oder ich trinke einen Latte Macchiato mit ihm… oder oder…. Durch diese intensive Freundschaft lebe ich mein ganzes Leben erst intensiv(er).  Ja ich stelle mich den geistlichen und alltäglichen Herausforderungen…. Ich lerne Entscheidendes über die Früchte des Geistes, darüber wie ich weise prüfen kann, welche Aufgabe dran ist und wo ich mich am Ende wieder verrenne. ..

Was ich mir wünsche:

Wenn ich alt und grau bin (also ich hoffe das ich alt und grau werde) möchte ich geistlich weise sein, Zeit für Menschen (gehabt) haben, Beziehungen leben….und, ganz wichtig, zurückblicken können und sagen, das ich nicht an Gottes Leben für mich vorbei gelebt habe.”

Anfang 2015 fing ich auch an meinen neuen Blog “Mein Sommerzimmer” langsam vorzubereiten. Die Zeit war reif dafür, die einen oder anderen Gedanken aus meinem Tagebuch, mit euch zu teilen. Anfang September drückte ich schließlich den entscheidenden Button. Seither gewähre ich euch Einblicke in mein Sommerzimmer. Hier verewigte ich meine Erkenntnisse, gespickt mit Blogeinträgen meines mehr oder weniger frommen Alltags. 

So munter hätte es weiter gehen können. Ging es aber nicht. Statt dessen gewährte ich Einblicke in die Tiefen meiner Seele. Es ging mir so gar nicht gut. Der Arzt hatte etwas entdeckt, das Blutbild zeigte Tumormarker, eine Bauchspiegelung wurde angeraten.

Bis zu diesem Termin Anfang Oktober wechselten Ängste mit Gottvertrauen ab. An einem Tag des besonderen Gottvertrauens nahm ich sogar euch Sommerzimmerleser mit hinein und informierte euch, gespickt mit einer anderen Krankenhausanekdote aus meinem Leben, über meine bevorstehende Operation.

Was ist los mir mir?
Was ist los mir mir?

Dann am OP-Tag ging alles sehr schnell. Umziehen, schnell noch auf die Toilette, ins Bett und in den Fahrstuhl geschoben. Als sich die Türen zum OP-Bereich öffneten ging dann gar nichts mehr bei mir. Alles schnürte sich zusammen. “Das kann nicht nochmal gutgehen!”, oder so etwas ähnliches schoss durch den Kopf. Ich bekam keine Luft mehr. Ich wollte hier nicht sein, nicht noch einmal… Hier wurde ich schon einmal hektisch hineingeschoben, so hektisch das einem Pfleger noch ein Infusionsbeutel auf meinen blutenden Bauch fiel. Hier wurde vor 12 Jahren um mein Leben gekämpft. Nach der Geburt meines dritten Kindes platzte ein Hämatom und ich blutet in den Bauchraum. Es war fruchtbar gewesen. Stundenlang kämpften die Ärzte damals um mein Leben. Das wussten jedoch die OP-Schwestern nicht, die sich kein Reim auf mein Verhalten machen konnten. Um das zu toppen wurde ich ausgerechnet in die gleiche OP-Schleuse wie vor 12 Jahren geschoben. Was war ich froh, als der Anästhesist mich schon in der OP-Schleuse mit entsprechender Medikation “abschoss”. Was hat es nur mit der Frau auf sich, die immer “Ich will hier nicht sterben!” jammerte. Merkwürdig und etwas überzogen in Anbetracht der bevorstehenden Bauchspiegelung.

Um es abzukürzen: Die Bauchspiegelung brachte erfreuliche Ergebnisse. Ich hatte kein Krebs. Ich selbst erholte mich leider nur sehr langsam von der OP. Die Narben brauchten sehr lange zum Heilen, eine Narbe öffnete sich sogar ein Stück weit als ich zu stark hustete. Mühselig schleppte ich mich wochenlang durch die Tage. Ich fühle mich elend – körperlich und vor allen Dingen seelisch. Alle freuten sich, das ich kein Krebs hatte – in mir aber war alles so dunkel.

Es gab Menschen, die sich in besonderer Weise um mich bemühten und unseren Sonntagskaffee versüßen. Ich freute mich sehr darüber. Es regte mich an über Beziehungen im Leben nachzudenken. Das wiederum lenkte mich an den guten Tagen ab. 

Was ist los mit mir?

Ich versuchte zu verstehen. Es geht mir doch gut! Es steht mir also nicht zu mich schlecht zu fühlen. Um dem auf die Spur zu kommen schrieb ich. Ich schrieb über meine Operation und dem anschließenden Reaktionen die in mir abliefen. Schlaflosigkeit und Albträume wechselten sich ab. Noch ahnte ich nicht, wie lange sich das hinziehen würde. 

Weihnachten als Belastungsprobe für mich, für meine Ehe, für meine Familie. 

Was ist los mit mir?

Keiner von uns wusste was los war und wie lange sich das hinziehen würde. Da war nur diese Ahnung, das sich 2016 nicht alle Herausforderungen in Luft auslösen würden, nur weil am 31.12 ein paar Raketen und Silvesterkorken knallten…

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