Seid nicht besorgt für das Leben!

Seid nicht besorgt für das Leben!

 

Er (Jesus) aber sprach zu seinen Jüngern: Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für das Leben, was ihr essen, noch für den Leib, was ihr anziehen sollt“ (Lukas 12,22)

Vor ein paar Wochen fing das an. Jeden Morgen werde ich mit so einem traurigen, besorgten (depressiven?)Gefühl in mir wach. Ich freue mich dann einfach auf nichts und komme kaum aus dem Bett. Der Tag liegt wie eine schwere Last vor mir. Ich fühle mich gefangen, ausgeliefert, eingesperrt in Zwängen…. Klar es läuft nicht alles rund im Leben, ich habe mein Päckchen zu tragen (so wie jeder seins hat).Und dann gibt es Tage da stapeln sich, trotz aller Vorkehrungen die ich treffe, meine Termine. Daran liegt es jedoch nicht, das habe ich schnell herausgefunden.

Denn schon spätestens eine halbe Stunde nach dem Aufstehen, wenn ich das Bad frisch geduscht und angezogen verlassen, die Betten aufgeschüttelt sind und ich meinem Mann und mir unsere Heißgetränke für unsere morgendliche Kaffeezeit aufgebrüht habe, geht es mir wieder deutlich besser.

Seid nicht besorgt für das Leben
Seid nicht besorgt für das Leben

Bis vor kurzem hat mich dieses Morgengefühl immer wieder den Tag über heimgesucht. Also nicht das Gefühl als solches, sondern ein schlechtes Gefühl wegen dem niederdrückenden Morgengefühl. „Es muss doch einen Grund dafür geben“, rätselte ich. Soooo schlimm kann das doch nicht sein was mich quält, sonst würde doch nicht etwas “Milchschaum auf meinem Latte Macchiato” reichen um mich besser zu fühlen, oder?

In den vielen Monaten, an denen es mir seelisch so garnicht gut ging, habe ich immer besonders an den Abenden und in den Nächten gelitten.

Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat. (Matth 6,34)

Es dauerte lange bis dieser Bibelspruch in mein Herz rutschte. Mittlerweile schlafe ich abends wieder gut ein und wenn nicht, dann lese ich noch etwas in einem guten Buch.

Und Morgens? Ich habe das tägliche Grübeln darüber aufgehört.

Und da bin ich schon wieder meiner Seelsorgeausbildung dankbar. Ich habe die leise Ahnung, das die Gefühle, die da morgens in mir ihr Unwesen treiben, dem quengelnden Kind in mir entspringen. Mal ehrlich…wer will und kann schon immer der reife Erwachsene sein, der motiviert aus dem Bett “hüppt” um mit einem fünfzigerjahre Hausfrauenwerbelächeln die Welt (äh den Haushalt) zu erobern.

Keiner, niemand möchte oder kann das Tag für Tag! Schon gar nicht nach 23 Jahre Hausfrau- und Muttersein. „Ich bin müde….!“ Ich muss nicht mehr um 5.50 aus dem Bett, um drei kleineren Mitbewohnern Frühstück und Pausenbrote zu richten. Es müssen keine Windeln mehr gewechselt werden, keiner kommt nachts ins Schlafzimmer, schaltet erbarmungslos das Licht an und ruft: „Bin wieder da-aaaaa!“

Ich darf es ruhiger angehen lassen.

Gelassener – auch was mich selbst und meine Gefühlslage angeht.

Werde ich jetzt morgens wach und höre das maulige Kleinkind in mir losschimpfen, habe eine Wahl. Ich kann mich ins Maulen und Schimpfen hineinsteigern – kleine Kinder beherrschen diese Disziplin bis zur Perfektion.

Ich kann aber auch reif und erwachsen aus dem Schlafgemach schreiten, oder gerne mal ausgelassen und albern, indem ich dabei noch geschwind den mir angetrauten Mann die Bettdecke wegziehe.

Leicht ist das nicht immer, an manchen Tagen muss ich mich sehr um diese „Kontenance“ oder auch „Ausgelassenheit“ bemühen.

„Jesus hilf!“, denke ich allzu oft und er hilft.

Er erinnert mich wieder daran, das ich dran bin eine Entscheidung zu treffen. Ich übernehme Verantwortung für mich, für mein Denken, für meine Gefühle. Ich finde ein „Ja“ beginne im Anschluss meinen Tag.

♥-lichst Sandra

 

6 Gedanken zu „Seid nicht besorgt für das Leben!

  1. Vielen Dank für die Erinnerung, dass es immer meine Entscheidung ist, das jammernde Kind in mir zum Schweigen zu bringen. Mir hilft da auch u.a. mein allmorgendlicher Milchschaum Ich mag deine Art zu schreiben sehr! Alles Liebe, Regina

  2. Wunderschöne Worte..
    Du weißt ja, an Gott glaube ich nicht. Doch finde ich es immer wieder sehr spannend, wie du die Welt siehst. Es ist sehr interessant zu lesen und bringt einem oft zum nachdenken.
    Du hast es sehr schön geschrieben.

    Alles liebe

  3. Liebe Sandra, danke für deinen Impuls. Dieses Morgengefühl kenne ich auch, eigentlich schon mein Leben lang, phasenweise. Ich frage mich dann, sind es nur die Gedanken oder ist es der Körper, mein Kreislauf, meist hängt ja auch beides zusammen, aber was war zuerst? Mir hilft dann auch meist beides: die Gedanken einfangen und mir innerlich einen Schubs in die richtige Ruchtung zu geben, aber auch ganz praktisch ein kleiner (Zucker)Energieschub (Tee mit Zucker, Marmeladenbrot, Traubenzucker…), etwas Bewegung mit frischer Luft, Abduschen (wie du schreibst) oder Rosmarinöl für den Kreislauf oder auch mal wieder eine Eisenkur (vielleicht mal wieder den Eisenwert testen lassen) für genügend frisches Blut.
    Ich wünsch dir frohes Aufstehen, ganz liebe Grüße, Jojo

  4. Hallo Sandra

    ich kenne das Gefühl selber und leider weiß ich nicht woher das kommt. Habe mir aber angewöhnt in Ruhe wach zu werden und das ohne Stress. Wenn ich dann etwas Wacher bin, geht es auch langsam besser.

    Halte den Kopf hoch und liebe Grüße
    Julia

  5. Hallo Sandra,
    ich glaube nicht an Gott war aber war sehr lange sehr unzufrieden und habe viel zu viel in mich hinein gegrübelt. Erst eine große berufliche Veränderung hat dies geändert und eine große Last von meinen Schultern genommen. Ich war mir nie so sehr darüber bewusst, dass es die Arbeit war, die mich so rundum unzufrieden gemacht hat. Sonnige Grüße und noch einen schönen Sonntag!

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