Milchschaumtage

Milchschaumtage

Schöne Tage sind „Milchschaumtage“!

Dieser Begriff ist mir gerade so eingefallen, als ich euch treuen Leser nur mal eben kurz auf einer meiner “Social media Plattformen” auf den neusten Stand im Sommerzimmer bringen wollte. „Ne“, dachte ich, „meine Leser haben mehr verdient als ein mickriges Update auf einen meiner “Mitmachnetze”!“. Also doch ein kleiner Blogpost.

Wann ist ein „Milchschaumtag“ ein „Milchschaumtag“ für mich? Wenn ich morgens ausgeschlafen erwache und mich schon im Bad auf meinen frisch aufgebrühten Latte Macchiato freue. Das ist erwiesenermaßen ein guter Start, der einen schönen Tag verspricht und fortan mein persönliches Synonym „Milchschaumtag“ verdient. Wenn ich allerdings schon am frühen Morgen keinen Latte Macchiato trinken möchte, dann ist mein schöner Milchschaumtag schon arg gefährdet. Da gibt es diese lustlosen Tage, an denen ich meinen Lieblingsbohnensaft aufbrühe und lustlos daran nippe. Uiuiuiui, und wenn ich dann auch noch den Milchschaum am Ende weggieße….. dann rumort es meistens mächtig in meiner Seele. Von diesen Tagen spreche ich heute aber nicht.

Am letzten Wochenende rumorte es zwar auch in mir.

Allerdings wörtlich! Ich kam gar nicht erst bis zum Kaffeeautomaten. Statt dessen machte ich Tür und Tor für einen ebenso ungehobelten wie ungebeten Gast auf. Vor der Tür statt der Herr flotte Otto. Ungefragt setzte er sofort beide Füße in den Flur. Es mutete an wie ein Stampfen, welches mich augenblicklich durchschüttelte.

Milchschaumtage scheinen in weiter ferne zu liegen
Milchschaumtage scheinen in weiter Ferne zu liegen

Sein Besuch schockierte mich dermaßen, das ich mich im Schweinsgalopp in die Sanitäten Anlagen einschloss. „Das darf doch nicht wahr sein!!! Was ich dieses Wochenende alles vorhatte!!! Und jetzt das!!!!!!“, verzweifelte ich. Dieser Herr flotte Otto (er besteht auf seine vollständige Anrede!)  ist ein Wichtigtuer. Hat man ihn einmal reingelassen, buhlt er um sehr viel Aufmerksamkeit. Nein, ungeteilte Aufmerksamkeit braucht er nicht. Er hat so gewisse Freunde, die er noch duldet. Du denkst zwar, er würde mit seinem durchschlagenen Scharm in „null Komma nix“ deine gesamte Lebensenergie aus dir heraus katapultiert. Es fühlt sich definitiv so an. Das gefühlt allerletzte Quentchen Lebensenergie verlässt dich allerdings dann, wenn der Herr flotte Otto deinen Mann als unwissenden Verbündeten gewinnt. Mein Gatte meinte es bestimmt nur gut, als er mich fürsorglich fragte, ob ich nicht eine Kleinigkeit, nur eine Winzigkeit, zu mir nehmen möchte. Einschlägige Sozial Media Apps haben für meine darauf folgende Reaktion so einen grünen speienden Smiley zur Verfügung gestellt. Der flotte Otto kennt den leider auch und verschickte ihn pfeilschnell an seine Freunde. Die, die er neben sich duldet. Die, die seine Ausstrahlung noch unterstreichen. Ich hätte diesen Smiley gerne an meinen Mann geschickt. Quasi als freundliche Vorwarnung.

Ich hatte keine Zeit mehr dazu…

Milchschaumtage - far away
Milchschaumtage – far away

Es folgten 2 Tage auf dem Sofa, schwankend zwischen “Medikamenten-Komaschlaf”, Fieberwahn und anspruchslosen Nachmittags-TV. Der Hausmann nahm sich indessen den verweisen Haushalt an. Hatte ich doch schon Tage davor einiges liegen gelassen, was ich am Wochenende tun wollte. Wirklich, wollte ich! Aber, gastfreundschaftlich wie ich nun mal bin, musste ich den Herrn flotten Otto natürlich in mein „Home Sweet Home“ reinlassen. Unbeeindruckt von den Hundehaaren am Boden und sonstigen häuslichen Verpflichtungen, die uns strafend aus jeder Ecke anglotzten, machte er es sich hier bequem. Meinen Mann mochte er übrigens nicht besonders. Abgesehen von dem Momenten, wo er ihn für seine Zwecke missbrauchte, ignorierte er ihn standhaft. Gut so, so blieb mein Mann im wahrsten Sinne es Wortes aufrecht, räumte auf, reinigte den Boden, lehrte den Müll, lief mit dem Hund und und und.

Dabei summte er fröhlich den damaligen Kassenhauer „das bisschen Haushalt ist doch kein Problem….“. Ähm….oder habe ich letzteres im Medikametenrausch geträumt? Einerlei…. jedenfalls blitzt und blankt es jetzt bei uns.

Später am Wochenende, ich hatte mich schon länger nicht mehr aufs „Häusle“ zurück gezogen, fragte mein Mann mich vorsichtig optimistisch, ob ich jetzt ein kleines Süppchen vertragen könne. Dabei schielte er etwas eingeschüchtert zu Herrn flotten Otto hinüber. Selbiger nickte das Süppchen gnädig ab. Mein Mann und ich atmeten auf. Ein Lichtstreif am Horizont.

Mittlerweile sind ein paar Tage vergangen. Ich hoffe sehr, das Herr flotter Otto sich endgültig zusammen mit seinen Freunden verabschiedet hat. Nicht das er am Ende nur einen Ausflug “ins Grüne” macht. Man weiß ja nie. Vernünftig verabschiedet hat er sich jedenfalls nicht.

Ich hoffe jedenfalls das das bisschen Bauchdrücken, welches ich hier und da noch verspüre, ganz verschwindet und  freue mich wieder auf schöne Milchschaumtage, die ich  wieder erleben darf.

Milchschaumtage in Sicht!
Milchschaumtage in Sicht!

♥-lichst  Sandra

Nachwort: Pssst…. Ganz unter uns jetzt mal: Ich war wirklich elend dran und mir war überhaupt nicht nach Lachen zu Mute! Aber so ist das machmal im Leben. Und manchmal kommt „manchmal“ auch öfter im Leben vor. Dennoch habe ich diesen Beitrag aus der “Milchschaumperspektive” meines Lebens geschrieben –  mit einer dicken Priese Humor gewürzt. Und wer weiß, vielleicht beschere ich den einen oder anderen damit beim Lesen einen Milchschaumtag (übrigens gerne auch vegan – Sojapflanzenmilch kann man auch prima aufschäumen!).

4 Gedanken zu „Milchschaumtage

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